Das Fähndelschwenken ist das sichtbare Symbol der Junggesellen, die ihrer Fahne die Treue halten. Deshalb steht auf dem Fähndel auch der Name des Junggesellenvereins: „Frohsinn“, „Gemütlichkeit“, „Eintracht“, „Einigkeit“, „Concordia“ usw. Hier nun einige weitere Gesichtspunkte : Das Fähndelschwenken, Fahnenschlagen oder Fahnenschwingen ist zunächst ein militärischer Brauch, der Erkennungszwecken diente: Richtungsangaben, Verhalten im Gelände ü.ä.. Später wurde das Fähndelschwenken auch von den Handwerkerzünften, den Schützenbruderschaften usw. aufgeführt.

Kirmes, Junggesellen- oder Schützenfest sind – neben dem Maifest, über das noch zu berichten sein wird – typische Termine (bei Dorfumzügen auch anlässlich des Köttzuges). Die früheste Erwähnung des Fädelschwenkens stammt aus den Niederlanden (1411). Seit dem späten Mittelalter war dieser Brauch ein Vorrecht der zahlreichen Handwerkergilden. Im Rheinland sind es insbesondere die Junggesellenvereine, aber auch die Schützengesellschaften und Tambourcorps, die diesen schönen Brauch am Leben halten.

Für die Stadt Köln ist das Fähndelschwenken im 16. Jahrhundert bezeugt: So schwenkten die Fähnriche der Kölner Bürgerwacht unter Führung eines Hauptmanns bei Umzügen das Fähndel. In der Domstadt am Rhein gibt es die scherzhafte Redensart: „De Düvel soll Fähnrich sinn, wo de Frau Haupmann ös“

Das große quadratische Fahnentuch am kurzen Schaft, bunt bedruckt und leicht, wird bei den Junggesellen, die darin lokale und überörtliche Meisterschaften austragen, auf sehr kunstvolle Art und Weise geschwenkt, wobei ein besonders zackiger Marsch gespielt wird, der ununterbrochen so lange wiederholt wird, bis der letzte Fähndelschwenken sei Können vorgeführt hat. „Nackenrolle“ oder ein gekonnten“ Kreuzschlag“.

Dem guten Fähnrich winken begehrte Preise; legendär war schon früher in Metternich z.B. das „Blaue Band von Swisstal“.

Besonders aufregend ist das Fähndelschwenken im Verbund, wenn zwei oder drei Junggesellen als Fähndelschwenkende Gruppe auftreten und sich gegenseitig ihr Fähndel zuwerfen.

Wer das Fähndel fallen lässt, scheidet freilich aus. Ansonsten gibt es Strafpunkte für bestimmte „Fehlschläge“.