Hemmerich blickt auf eine historische gut belegte zweitausendjährige Geschichte zurück.
 „Auf dem hohen Berg“, so die Bedeutung des übrigens sehr oft nachzuweisenden Ortsnamen „ Hemmerich „ ( neben Himmerich, Hommerich, Hummerich, Hümmerich usw.), hatten sich die Römer niedergelassen, die uns allerlei Funde bescherten und hin und wieder noch bescheren. So wurde im Herbst 1985 östlich der Kirche ein gut erhaltener Weihestein für den römischen Handelsgott Merkur beim Pflügen entdeckt. Sie sechszeilige Inschrift besagt, dass eine gewisse Nigrinia Titula den Weihestein gestiftet hat. Der mittlerweile im Rheinischen Landesmuseum Bonn zur Untersuchung sich befindende Stein datierte vom Ende des 2. oder vom Anfang des 3. Jahrhundert nach Christus. – Nigrinia Titula war also die namentlich älteste nachweisbare Hemmericherin. Nun müssen wir tausend Jahre nach vorne springen – dazwischen liegt u.a. die für Hemmerich bestens dokumentierte zeit der Franken mit Keramikfunden auf dem
Aufdecken eines kleinen Reihengräberfeldes oberhalb Kardorfes -, denn die erste urkundliche (rein zufällige) Erwähnung unseres Dorfes erfolgte im Jahre 1163. In der entsprechenden Urkunde wird ein „Rudolphus advocatus de Himberg“ genannt. An
dieser Aussage ist mehrerer bemerkenswert : 1. Ein gewisser Rudolf ist der erste namentlich fassbare Hemmericher. 2. Dieser Mann war Vogt, d.h. Vorsitzender eines Schöffengerichtes, dass wir auf der auf römischen Fundamenten sich erhebenden Burg vermuten dürfen. 3. Hemmerich wurde damals Himberg genannt, eine Form, die gelegentlich ( neben Hemberg, Heymberg usw.) noch im 15. Jahrhundert begegnet. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wird Hemmerich in den damals neu konzipierten Dingstuhl Waldorf (samt Kardorf und Üllekoven unkorporiert. Die ortsgeschichtliche Ebene verlagert sich also nach Waldorf; gleichwohl hatte auch Hemmerich weiter seine Schöffen. Mittelpunkt des Ortes was die mittelalterliche Ritterburg, von der noch im 17. Jahrhundert Ruinen vorhanden waren. Möglicherweise ist der heute noch erhaltenen barocke Torpavillion eine architektonische Anspielung auf eine ehemalige Torturm. Zunächst war die Burg Sitz eines Rittergeschlechtes deren von Hemberg, die später mit dem hohen Würdensamt des Erbkämmerers belehnt wurde. Die von Hember sind genealogisch bereit dokumentiert und noch im 18. Jahrhundert als Turnierteilnehmer nachzuweisen. –Warum Hemmerich überhaupt eine Burg hat, hängt wahrscheinlich mit dem Heerweg zusammen, der von Bonn nach Aachen führte und der feste Burgen gesichert war. Die Schicksale der Burg sind ein eigenes Buch wert: kriege, Brände, Umbauten gaben ihr im laufe der Zeit ein stets wechselndes Gepräge. Auch die Besitzverhältnisse sind bunt uns spannend. Ihre wahrhaft „große“ Zeit erlebte die Burg im 18. Jahrhundert, als sie unter der Familie von und zum Pütz in eine weitläufige Barockanlage nach französischem Vorbild (wohl im Umkreis des westfälischen Architekten Schlaun) umgestaltet wurde. Es folgten wiederum spätere Umbauten und Ergänzungen. Heute blicken uns traurig-romantische Ruinen an, die an die Wirren der letzten Nachkriegszeit erinnern. Neben der Burg und mit dieser eine Einheit bilden, stand die alte Kirche Hemmerichs, von der nur noch das romantische und spätgotische Chören mit der Jahreszahl 1539 erhaltend ist. Davor erstreckt sich der alte Friedhof, der mit dem Kriegerdenkmal 1870/71, den historischen Grabsteinen und der alten Mauer, die z.T. aus Steinen des Römerkanals besteht, einen ortsgeschichtlich bedeutenden Raum umgreift. An die Burgmauer lehnte sich auch die erste Hemmericher Schule an. Da Hemmerich einst ein reines Bauerndorf war, verwundert nicht die stattliche Zahl seiner Höfe, die teilweise schon im 13.Jahr-hundert erwähnt werden und von denen heute lediglich noch drei bestehen (Hasenhof, Kreuzhof; Vikariehof der Familie Karl). Im Dorfe gab es an Wein- und Ackergütern den Lützerater Hof, den Eschweiler Hof (daher das Eschweiler Kreuz in der Nähe des ehemaligen Ziegelfeldes), den Lohrbuscher Hof) später den Freiherren von Weichs / Rösberg gehörend), dem Kappellenhof des Stiftes Schillingskapelle, den Frangenhof (heute noch als Übername geläufig), den Vikarienhof in der Maaßenstraße (heute noch neben der 1904 errichteten neuen Vikarie vorhanden), den alten Severins-, späteren Hasenhof (obere Pützgasse, im Besitz von Franz Zerlett), den neuen Severinshof, auch Neuenhof genannt (dem Hasenhof gegenüber) und nunmehr unter der Bezeichnung Heerweghof in die Höfrolle eingetragen (Fassbender) und den Kreuzhof (Fam. Buchholz) der Kölner Kreuzherren an der Ecke Pützgasse / Strombergstraße (einst Runckelsgasse) sowie den Bodenheimer Hof. Als Pfarrei wird Hemmerich erstmals 1344 erwähnt. Der erste namentlich bekannte Pfarrer ist 1356 ein Henricus de Wilme. Einer der berühmtesten Pfarrer Hemmerichs ist German Hubert Christian Maaßen, der fast 50 Jahre hier wirkte, 1910 starb, auf dem alten Friedhof ein Ehrengrab hat und viel Bücher zur rheinischen Geschichte verfasste. Die nach im benannte Maaßenstraße hieß früher Corporalsgasse, im Volksmund Muutjaß. Westlich des Heerwegs liegt die Wüstung Ginhofen, die als Flurname noch 1810 erwähnt wird und immerhin schon 1357 als Gynghoven urkundlich auftaucht. – Das Wahrzeichen Hemmerichs ist sicherlich die neugotische Kirche, die Ende des vorigen Jahrhunderts fertiggestellt wurde.