Ein weiterer Höhepunkt nach dem Maifest ist die alljährliche Kirmes. Einer der Höhepunkte ist der Köttzug. Fand in den früheren Jahrzehnten der Köttzug durch den Ort noch am Kirmesmontag statt, so musste beim verschwinden der bäuerlichen Bevölkerung auch hier auf den Kirmessonntag ausgewichen werden.

Der Köttzug ist eine sehr „trinkfreudige“ Angelegenheit, die eine gewisse körperliche Konstitution verlangt. Aber auch hierbei wird das Tanzbein geschwungen oder bei den Gönnern des Vereins kräftig das Fähndel geschwenkt.

Während die Dame des Hauses beim Tanzen gebunden war, stand oftmals die Küche im entscheidenden Moment unbewacht offen. Da nun so ein Köttzoch natürlich auch Hunger zu Folge hat, lag hier wohl nicht näher, als den Kirmesbraten „Zwangsevakuieren“ zu müssen.

Wurde eine Entfernung des Mittagsessens bemerkt, war es häufig schon zu spät – der Hunger war gestillt.

Der Abschluss der Kirmes wird dann mit der Verurteilung des Kirmesmannes, des „Paies“ durchgeführt. Früher am „Löngpool“, heute vor der Burg Hemmerich, findet diese Aburteilung von „Eduard Paies“ statt. Der Tod durch Verbrennen ist alljährlich vorgeplant. Anschließend trifft man sich gegenüber beim Vereinswirt „Eeche Hannes“ zum Kirmeskehraus.