Die Mainacht beginnt für uns schon am Morgen des Vortages, wenn die Junggesellen, die sich Urlaub genommen haben, in den Wald zum Bäume schlagen fahren.

Auf dem Platz vor der alten Schule wird derweil das Loch für den Dorfmai gegraben, das bis zum späten Nachmittag eine Tiefe von mindestens 2 – 2,5 Metern erreicht haben sollte.

Nach dem Herbeischaffen sämtlicher Birken geht’s es dann an die schwierigsten Aufgaben: Den Dorfmaibaum zu schlagen, den sich der amtierende Maikönig im Vorhinein ausgesucht hat.

Ihn bis nach Hemmerich zu transportieren stellt Jahr für Jahr eine besondere Herausforderung dar.

Schließlich wird noch eine große schlanke Tanne gefällt, die für die Maikönigin vorgesehen ist.

Am Abend beginnt dann das Aufstellen des Dorfmaibaums, was sich immer größerer Beliebtheit im Dorf erfreut. Der Baum wird geschmückt und dann mit vereinten Kräften aufgestellt.

Diese Prozedere kann schon einmal bis zu einer Stunde und länger dauern. Anschließend tritt der Männergesangsverein des Dorfes auf den Plan, um den näherrückenden Mai „anzusingen“.

Nun beginnt die eigentliche Mainacht. Zunächst setzten wir die sogenannten „Maien“, dies sind kleine Birken, die jedes unverheiratete Mädchen im Dorf bekommt.

Dann geht´s auf zum Maibaumsetzten, die Ziele der vergangenen Jahre lagen schon mal im ganzen Vorgebirge bis hin zum Rhein verstreut, so dass es meist etwas länger dauerte.

Auf diesen Touren, aber auch innerhalb des Dorfes, kommt es dann oft dazu, dass sich die verschiedenen JGV´s begegnen, wobei der ortsansässige Verein stets das Recht hat, den „Eindringlingen“ einen Zoll in Höhe von von einer Kiste Kölsch oder dem Gegenwert in Euro abzunehmen.

Wenn alle Bäume ihre Empfängerin gefunden haben, geht es zum großen Finale bei der Maikönigin. Von mittlerweile schon ziemlich angeschlagenen Junggesellen wird die Tanne geschmückt und aufgestellt so dass im ganzen Dorf zu sehen ist, wer diesem Jahr das Amt der Maikönigin bekleidet.

Die Mainacht ist zwar lang und anstrengend, aber der Spaß dabei ist so groß wie an kaum einem anderen Tag im Jahr, und schließlich ist der nun beginnenden Wonnemonat Mai der Höhepunkt der Junggesellenaktivitäten !